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Volkskrankheit CMD
Cranio-Mandibuläre Dysfunktion
Ungeklärte Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, Knackgeräusche beim Kauen – das sind Symptome, die durch eine Fehlstellung zwischen Schädel und Unterkiefer hervorgerufen werden können. Ein Problem, das leider oft nicht erkannt wird.
(26.01.2007) Viele Patienten haben eine regelrechte Odyssee an Arztbesuchen hinter sich. Da konnten Zahnarzt, Orthopäde, HNO und Neurologe nichts feststellen - bis sie mit etwas Glück zu einem Arzt kommen, der CMD erkennt. Ungeklärte Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, Knackgeräusche beim Kauen – das alles sind Symptome, die durch eine Fehlstellung zwischen Schädel (Cranium) und Unterkiefer (Mandibula) hervorgerufen werden können. Wenn hier nicht alles perfekt aufeinander passt und ineinander greift, dann kann das zu dauerhaften Schmerzen führen, die oftmals nicht auf die richtige Ursache zurückgeführt werden können. Eben auf diese Fehlstellung, diese Cranio Mandibuläre Dysfunktion – kurz CMD.
Symptome
Klassische Symptome der Dysfunktion (häufig auch in Kombination auftretend):
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Gefühlsstörungen in den Fingern oder Beinen (Parästhesien)
- Hüftbeschwerden, Beschwerden am Ischias (Ischialgie), Bandscheibenvorfälle
- „Muskelkater“ beim Kauen (Schmerzen in der Kaumuskulatur)
- Knacken im Kiefergelenk
- Sehstörungen, wie z.B. Augenflimmern oder ein eingeschränktes Blickfeld
- Einseitiger Hüft- und Schulterschiefstand
(Gesichts- und Körperasymmetrien) - Koordinierungsprobleme einfacher Körperabläufe,
z.B. Probleme beim Treppensteigen - Sprachschwierigkeiten (Dysphonie)
- Schlaflosigkeit und innere Unruhe
- Hormonelle Störungen
- Depressive Grundstimmung
Da die Symptome der cranio-mandibulären Dysfunktion meist sehr vielfältig und nicht medizinisch eindeutig sind, werden sie häufig nicht auf Anhieb erkannt.
Ursachen der CMD
Dabei können die Ursachen für eine cranio-mandibuläre Dysfunktion sehr vielfältig und sowohl angeboren als auch nachträglich erworben sein.
Angeboren, z.B. durch:
- Geburtstrauma
- Fehlbisse
- Zahnschiefstände
- Besonderheiten (Anomalien) des Kiefers und Gesichts
- skelettale Besonderheiten (Anomalien) wie z.B. Beinlängendifferenzen und Skoliosen
Erworben, z.B. durch:
- Arthrosen der Gelenke
- eine Vorschädigung der Wirbelsäule
- ein unfallbedingtes Schleudertrauma
- fehlerhaften Zahnersatz
- durch Knirschen bedingtes Abschleifen der Zähne
- kieferorthopädische Behandlungen
- falsche Beinlängenkorrektur
Interdisziplinäre Behandlung
Vielfach werden bei CMD-Betroffenen lediglich die auftretenden Symptome bekämpft - Medikamente gegen Kopfschmerzen, Physiotherapie oder Chiropraktik bei Haltungsschäden, einfache Zahnschienen gegen Zähneknirschen – ohne dass es zu einer nennenswerten Besserung kommt.
CMD-Experten zu finden ist keine einfache Angelegenheit. Da Orthopäden ebenso Ansprechpartner sein können wie z.B. auch Oralchirurgen oder Zahnärzte ist eine interdisziplinäre Behandlung notwendig. Einige Fachzentren haben sich bereits in der Bundesrepublik angesiedelt. Sie sind in der Regel organisiert in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde. Eines davon leitet in Mannheim Dr. Andreas Valentin, ein gebürtiger Saarländer.
Erst mal diagnostiziert, ist CMD gut behandelbar. Mit einem auf den ersten Blick simplen Hilfsmittel. Einer Aufbeißschiene aus Plastik, die den Schiefstand ausgleicht, und damit für Entlastung der verspannten Muskelregionen sorgt. In der Endversorgung können dann auch Maßnahmen wie der Ersatz fehlender Zähne notwendig werden. In 90 % der Fälle ist dadurch Beschwerdefreiheit zu erzielen.
