Präventionskonzepte
Die weitverbreitete Assoziation von Jugend mit Aufbau und Alter mit Abbau hindert uns oft daran, den Sinn „vor“beugender Konzepte für das Alter zu erkennen, zu entwickeln oder zu akzeptieren. Strukturerhaltende Prävention ist altersunabhängig zu sehen, sie richtet sich einzig und allein nach ihrer Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit.
1. Parodontitiden:
- Parodontale und periapikale Foci sowie zahnärztliche Behandlungsmassnahmen kommen als Ursache für infektiologische Erkrankungen und Symptome in Betracht. Bei Fieber unklarer Genese, Poststreptokokkenglomerulonephritis, reaktiver Arthritis, Erythema nodosum, sinubronchiales Syndrom muß an dentogene Ursachen gedacht werden.
- Die bakterielle Endokarditis tritt häufig bei vernachlässigter Mundhygiene auf, insbesondere bei Patienten mit angeborenen oder erworbenen Herzklappenfehlern.
- Ebenso häufig sind der Diabetes mellitus, hormonelle Störungen (Klimakterium) oder die Einnahme von Steroidhormonen mit Zahnbetterkrankungen assoziiert.
- Pathologische Veränderungen der Mundschleimhaut treten ebenfalls häufig bei Leberzirrhose, chronischen Darmerkrankungen (Morbus Crohn) oder bei chronischer Niereninsuffizienz auf.
2. Kaufähigkeit und Ernährungsfunktion:
- Umfassende Studien haben gezeigt, dass es keine klassische „Geroprothetik“ gibt, sondern dass vielmehr in Abhängigkeit von dem Morbiditätsgrad des Einzelnen auch die Orale Implantologie eine hervorragende Methode zur Sicherstellung einer ausreichenden Kaufunktion ist. Sie erhöht nicht nur das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität, sondern führt über eine effizientere Nahrungszerkleinerung auch zur Prävention von Sekundärerkrankungen des Verdauungstraktes. Der Wunsch nach eigenen und festen Zähnen ist besonders im Alter dominant. In keiner anderen Altersgruppe ist die Wertschätzung der Zahnpflege für die Mundgesundheit so groß, zumal in keiner anderen Gruppe das Risiko für einen herausnehmbaren Zahnersatz so groß ist.
- Durch die zunehmende Immunoseneszenz und Immunschwäche im Alter sind die qualitativen Kontrolluntersuchungen wesentlich häufiger durchzuführen als bei jüngeren Menschen.
- Viele Menschen leiden heute unter Beschwerden (Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Probleme mit Wirbelsäule), die durch einen „falschen Biss“, also eine Fehlstellung zwischen Schädel und Unterkiefer, hervorgerufen werden können. In der Fachsprache spricht man von einer CMD (craniomandibuläre Dysfunktion). Krankheiten des Bewegungsapparates sind sehr häufig in der alternden Bevölkerung. Funktionelle Störungen in einem Körpergebiet können sich durch muskuläre Kettenverschaltungen in andere Körperregionen verlagern und Schmerzen wie auch strukturelle Veränderungen verursachen. Ein Teil dieser Störungen haben ihren Ursprung im Kauapparat, in der Fehlstellung des Kiefers, in der Verlagerung des Kiefers durch unsachgemäße zahnärztliche Behandlungen (z.B. Prothetik) und im Bruxismus (Pressen und Knirschen). Umgekehrt können Fehlfunktionen aus anderen Körperregionen sich auch in der Kopf-, Gesichts- und Kaumuskulatur und in den Kiefergelenken auswirken.
Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass Sie unsere Klinik mit dem „richtigen Biss“ verlassen, denn dieser beeinflusst die Körperhaltung, Lebensqualität und den ganzen Körper positiv und hält den Menschen auch im hohen Alter „in bester Funktion“.
Klassische Symptome der Dysfunktion
(häufig auch in Kombinationen auftretend):
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Gefühlsstörungen in den Fingern oder Beinen (Parästhesien)
- Hüftbeschwerden, Beschwerden am Ischias (Ischialgie), Bandscheibenvorfälle
- „Muskelkater“ beim Kauen (Schmerzen in der Kaumuskulatur)
- Knacken im Kiefergelenk oder Schmerzen in den Kiefergelenken
- Sehstörungen, wie z.B. Augenflimmern oder ein eingeschränktes Blickfeld
- Einseitiger Hüft- und Schulterschiefstand (Gesichts- und Körperasymmetrien)
- Koordinierungsprobleme einfacher Körperabläufe, z.B. Probleme beim Treppensteigen
- Sprachschwierigkeiten (Dysphonie)
- Schlaflosigkeit und innere Unruhe
- Hormonelle Störungen
- Depressive Grundstimmung

